Darum geht es
Auch wenn die externe Weiterleitung gesperrt ist, sollten Sie regelmäßig prüfen, welche Weiterleitungs- und Posteingangsregeln existieren. Angreifer richten nach einer Kontoübernahme gern versteckte Regeln ein, die E-Mails weiterleiten oder Antworten verschwinden lassen. Eine regelmäßige Kontrolle deckt das auf.
Was passieren kann
Unentdeckte Weiterleitungsregeln leiten über lange Zeit Geschäftskorrespondenz nach außen. Das ist ein meldepflichtiger Datenabfluss und Basis für Rechnungsbetrug.
Schritt für Schritt
Öffnen Sie im Exchange Admin Center Berichte > Nachrichtenfluss und rufen Sie den Bericht zu automatisch weitergeleiteten Nachrichten („Automatisch weitergeleitete Nachrichten“) auf.
Listen Sie per PowerShell alle Postfächer mit ForwardingSmtpAddress oder ForwardingAddress auf (siehe technischer Hinweis).
Prüfen Sie die Posteingangsregeln aller Postfächer auf ForwardTo, RedirectTo und ForwardAsAttachmentTo mit externen Adressen.
Klären Sie jeden Treffer mit der betroffenen Person. Löschen Sie unbekannte Regeln und setzen Sie bei Verdacht Kennwort und Sitzungen des Kontos zurück.
Legen Sie einen festen Rhythmus fest (z. B. monatlich) und prüfen Sie, ob im Defender Portal die Warnrichtlinie für verdächtige Weiterleitungen aktiv ist.
Hier finden Sie die Einstellung
- Exchange Admin Center (admin.exchange.microsoft.com)
- Berichte
- Nachrichtenfluss
- „Automatisch weitergeleitete Nachrichten“
So prüfen Sie es selbst
Öffnen Sie den Klickpfad oben und sehen Sie nach. In Ordnung ist die Einstellung, wenn gilt:
Weiterleitungsregeln an externe Domains werden geprüft
So prüft Auditspiegel es
Diese Einstellung prüft Auditspiegel derzeit nicht automatisch. Der Bericht führt sie im Abschnitt „Was wir nicht geprüft haben“ mit diesem Grund auf:
Diese Exchange-Einstellung ist nur über Exchange Online PowerShell auslesbar, nicht über die Microsoft-Schnittstelle, die Auditspiegel heute nutzt. Auditspiegel prüft sie in einer späteren Version automatisch. Bis dahin prüfen Sie sie bitte im Exchange Admin Center (admin.exchange.microsoft.com). Manche dieser Werte zeigt nur PowerShell; den Befehl nennt die Empfehlung zu diesem Punkt, Ihr IT-Dienstleister kann ihn für Sie ausführen.
Für Ihre IT: per PowerShell nachsehen
Get-EXOMailbox -ResultSize Unlimited | % { Get-InboxRule -Mailbox $_.UserPrincipalName | ? { $_.ForwardTo -or $_.RedirectTo -or $_.ForwardAsAttachmentTo } | select MailboxOwnerId,Name,ForwardTo,RedirectTo }Bezüge
- SCuBA-Baselines der CISA
- MS.EXO.1.1v2: Automatische Weiterleitung an externe Domains deaktivieren
- BSI IT-Grundschutz-Kompendium (Edition 2023)
- APP.5.3.A1: Sichere Konfiguration der E-Mail-Clients
- DSGVO Art. 32 Abs. 1
- lit. b: Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeitlit. d: Regelmäßige Überprüfung der Maßnahmen
Die SCuBA-Baselines veröffentlicht die US-Behörde CISA gemeinfrei (CC0). Die Zuordnung der Bezüge stammt von uns; CISA, BSI und Microsoft prüfen oder empfehlen Auditspiegel nicht. Prüfkatalog von Auditspiegel, Bezug zu den SCuBA-Baselines in Version 2.0.0.