Darum geht es
Mitarbeitende können sich E-Mails automatisch an private Adressen weiterleiten lassen. Angreifer nutzen genau das nach einer Kontoübernahme: Eine unauffällige Weiterleitungsregel schickt ihnen dauerhaft Kopien aller E-Mails, oft über Wochen. Ein zentrales Verbot der externen Weiterleitung schließt diesen Weg.
Was passieren kann
Vertrauliche E-Mails, Angebote oder Personaldaten fließen unbemerkt nach außen ab. Das ist ein meldepflichtiger Datenabfluss nach DSGVO.
Schritt für Schritt
Öffnen Sie im Microsoft Defender Portal E-Mail & Zusammenarbeit > Richtlinien und Regeln > Bedrohungsrichtlinien > Antispam.
Öffnen Sie die Antispam-Richtlinie für ausgehende Nachrichten (Standard) und setzen Sie die automatische Weiterleitung auf „Aus – Weiterleitung ist deaktiviert“. Prüfen Sie auch eigene Richtlinien.
Prüfen Sie im Exchange Admin Center unter Nachrichtenfluss > Regeln, ob Transportregeln Nachrichten an externe Adressen umleiten oder in Kopie senden, und entfernen Sie diese.
Suchen Sie bestehende Postfachweiterleitungen und entfernen Sie unbegründete (siehe technischer Hinweis).
Wenn einzelne Weiterleitungen geschäftlich nötig sind, erlauben Sie sie gezielt über eine eigene Richtlinie für wenige Absender.
Testen Sie mit einem Testkonto: Eine Weiterleitungsregel an eine externe Adresse darf nicht mehr zugestellt werden.
Hier finden Sie die Einstellung
- Microsoft Defender Portal (security.microsoft.com)
- E-Mail & Zusammenarbeit
- Richtlinien und Regeln
- Bedrohungsrichtlinien
- Antispam
- Antispam-Richtlinie für ausgehende Nachrichten
So prüfen Sie es selbst
Öffnen Sie den Klickpfad oben und sehen Sie nach. In Ordnung ist die Einstellung, wenn gilt:
Jede Form der E-Mail-Weiterleitung nach außen ist gesperrt
So prüft Auditspiegel es
Diese Einstellung prüft Auditspiegel derzeit nicht automatisch. Der Bericht führt sie im Abschnitt „Was wir nicht geprüft haben“ mit diesem Grund auf:
Diese Schutzeinstellung für E-Mails ist nur über Exchange Online PowerShell auslesbar, nicht über die Microsoft-Schnittstelle, die Auditspiegel heute nutzt. Auditspiegel prüft sie in einer späteren Version automatisch. Bis dahin prüfen Sie sie bitte im Microsoft Defender Portal (security.microsoft.com) im Bereich „E-Mail & Zusammenarbeit“.
Für Ihre IT: per PowerShell nachsehen
Exchange Online PowerShell: Get-HostedOutboundSpamFilterPolicy | fl Name,AutoForwardingMode (erwartet Off); Get-EXOMailbox -ResultSize Unlimited | ? ForwardingSmtpAddress | select UPN*,Forwarding*; Get-TransportRule | ? { $_.RedirectMessageTo -or $_.BlindCopyTo }Bezüge
- SCuBA-Baselines der CISA
- MS.EXO.1.1v2: Automatische Weiterleitung an externe Domains deaktivieren
- BSI IT-Grundschutz-Kompendium (Edition 2023)
- APP.5.3.A1: Sichere Konfiguration der E-Mail-Clients
- DSGVO Art. 32 Abs. 1
- lit. b: Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeit
Die SCuBA-Baselines veröffentlicht die US-Behörde CISA gemeinfrei (CC0). Die Zuordnung der Bezüge stammt von uns; CISA, BSI und Microsoft prüfen oder empfehlen Auditspiegel nicht. Prüfkatalog von Auditspiegel, Bezug zu den SCuBA-Baselines in Version 2.0.0.