Darum geht es
Mit Privileged Identity Management (PIM) sind Adminrechte nicht ständig aktiv. Administratoren schalten sie bei Bedarf für ein paar Stunden frei, mit MFA und Begründung. Die übrige Zeit arbeitet das Konto wie ein normales Benutzerkonto. Das verkleinert die Angriffsfläche erheblich.
Was passieren kann
Dauerhaft aktive Adminrechte machen jede Übernahme eines Adminkontos sofort zum Vollzugriff auf den gesamten Tenant, ohne zusätzliche Hürde.
Schritt für Schritt
Prüfen Sie die Lizenz: PIM erfordert Microsoft Entra ID P2 (z. B. in Microsoft 365 E5) oder Entra ID Governance für die betroffenen Administratoren.
Öffnen Sie ID Governance > Privileged Identity Management > Microsoft Entra-Rollen > Rollen.
Legen Sie für wichtige Rollen (z. B. Globaler Administrator) in den Rolleneinstellungen fest: Aktivierung mit MFA und Begründung, maximale Dauer z. B. 4 Stunden.
Wandeln Sie bestehende dauerhafte Zuweisungen unter „Zuweisungen“ in „Berechtigt“ um. Die zwei Notfallkonten bleiben dauerhaft aktiv.
Testen Sie mit einem Adminkonto die Aktivierung über „Meine Rollen“ und dokumentieren Sie den Ablauf.
Hier finden Sie die Einstellung
- Microsoft Entra Admin Center (entra.microsoft.com)
- ID Governance
- Privileged Identity Management
- Microsoft Entra-Rollen
- Rollen
So prüfen Sie es selbst
Öffnen Sie den Klickpfad oben und sehen Sie nach. In Ordnung ist die Einstellung, wenn gilt:
Administratorrechte werden über Privileged Identity Management nur bei Bedarf vergeben
So prüft Auditspiegel es
Auditspiegel liest diese Einstellung bei jedem Scan automatisch und nur lesend aus Ihrem Tenant aus. Ist sie nicht erfüllt, steht sie im Bericht als Befund mit dieser Anleitung, dem Messwert, wo es einen gibt, und dem Klickpfad.
Fehlt Ihrem Tenant die nötige Lizenz, bewertet der Bericht die Prüfung nicht als Mangel, sondern nennt sie als „Lizenz fehlt“.
Für Ihre IT: per PowerShell nachsehen
Microsoft Graph PowerShell: `Get-MgRoleManagementDirectoryRoleEligibilitySchedule -All | ft PrincipalId,RoleDefinitionId`. Mindestens ein Eintrag erwartet.
Bezüge
- SCuBA-Baselines der CISA
- MS.AAD.7.4v1: Keine dauerhaft aktiven Zuweisungen hoch privilegierter RollenMS.AAD.7.5v1: Privilegierte Rollen nur über ein PAM-System vergeben
- BSI IT-Grundschutz-Kompendium (Edition 2023)
- OPS.1.1.2.A21: Regelung der IT-Administrationsrollen
- DSGVO Art. 32 Abs. 1
- lit. b: Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeit
Die SCuBA-Baselines veröffentlicht die US-Behörde CISA gemeinfrei (CC0). Die Zuordnung der Bezüge stammt von uns; CISA, BSI und Microsoft prüfen oder empfehlen Auditspiegel nicht. Prüfkatalog von Auditspiegel, Bezug zu den SCuBA-Baselines in Version 2.0.0.