Darum geht es
Der Microsoft-Kennwortschutz verhindert, dass Mitarbeitende leicht zu erratende Passwörter wie „Sommer2025!“ oder den Firmennamen verwenden. In der Cloud greift er automatisch. Damit er auch bei Passwortänderungen im lokalen Active Directory greift, müssen Agenten installiert und der Modus auf „Erzwungen“ gestellt sein.
Was passieren kann
Schwache Passwörter im lokalen AD werden in die Cloud synchronisiert und durch einfaches Durchprobieren gängiger Passwörter geknackt.
Schritt für Schritt
Installieren Sie den Kennwortschutz-Proxy auf einem Mitgliedsserver und den DC-Agenten auf allen Domänencontrollern (Download im Microsoft Download Center).
Öffnen Sie Entra ID > Authentifizierungsmethoden > Kennwortschutz.
Setzen Sie „Kennwortschutz für Windows Server Active Directory aktivieren“ auf „Ja“ und starten Sie im Modus „Überwachen“.
Werten Sie einige Wochen die Ereignisprotokolle der DC-Agenten aus und informieren Sie die Belegschaft über die strengeren Regeln.
Stellen Sie den Modus dann auf „Erzwungen“ und ergänzen Sie optional eine eigene Liste gesperrter Begriffe (Firmenname, Ort, Produkte).
Hier finden Sie die Einstellung
- Microsoft Entra Admin Center (entra.microsoft.com)
- Entra ID
- Authentifizierungsmethoden
- Kennwortschutz
So prüfen Sie es selbst
Öffnen Sie den Klickpfad oben und sehen Sie nach. In Ordnung ist die Einstellung, wenn gilt:
Der Kennwortschutz gilt auch für das lokale Active Directory (Modus „Erzwungen")
So prüft Auditspiegel es
Auditspiegel liest diese Einstellung bei jedem Scan automatisch und nur lesend aus Ihrem Tenant aus. Ist sie nicht erfüllt, steht sie im Bericht als Befund mit dieser Anleitung, dem Messwert, wo es einen gibt, und dem Klickpfad.
Fehlt Ihrem Tenant die nötige Lizenz, bewertet der Bericht die Prüfung nicht als Mangel, sondern nennt sie als „Lizenz fehlt“.
Für Ihre IT: per PowerShell nachsehen
Auf einem Domänencontroller: `Get-AzureADPasswordProtectionDCAgent` bzw. `Get-AzureADPasswordProtectionSummaryReport` zeigt Agentenstatus und abgelehnte Kennwörter.
Bezüge
- BSI IT-Grundschutz-Kompendium (Edition 2023)
- ORP.4.A8: Regelung des PasswortgebrauchsORP.4.A22: Regelung zur Passwortqualität
- DSGVO Art. 32 Abs. 1
- lit. b: Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeit
- Microsoft Secure Score
- Zu dieser Einstellung gibt es eine Maßnahme im Microsoft Secure Score.
Die SCuBA-Baselines veröffentlicht die US-Behörde CISA gemeinfrei (CC0). Die Zuordnung der Bezüge stammt von uns; CISA, BSI und Microsoft prüfen oder empfehlen Auditspiegel nicht. Prüfkatalog von Auditspiegel, Bezug zu den SCuBA-Baselines in Version 2.0.0.