Darum geht es
Auch normale MFA per App-Bestätigung lässt sich mit modernen Phishing-Seiten aushebeln, die Anmeldung und Bestätigung in Echtzeit weiterreichen. Passkeys, Windows Hello for Business oder Zertifikate sind fest an die echte Microsoft-Seite gebunden und lassen sich so nicht abfangen. Für Administratoren lohnt sich dieser Schutz besonders.
Was passieren kann
Ein per Phishing-Proxy abgefangenes Admin-Login führt trotz MFA zur Übernahme des gesamten Tenants.
Schritt für Schritt
Sind in Ihrem Tenant die Sicherheitsstandards (Security Defaults) aktiv, gilt: Bedingter Zugriff und Sicherheitsstandards schließen sich aus. Bereiten Sie zuerst gleichwertige Richtlinien vor (MFA für alle Benutzer, MFA für Administratoren, veraltete Anmeldeprotokolle blockieren; Microsoft bietet dafür verwaltete Richtlinien an) und schalten Sie die Sicherheitsstandards unter Entra ID > Übersicht > Eigenschaften > „Sicherheitsstandards verwalten“ erst aus, wenn Sie diese Richtlinien unmittelbar danach einschalten können. Sonst entsteht eine Schutzlücke.
Statten Sie alle Administratoren zuerst mit einer phishing-resistenten Methode aus (Passkey/FIDO2-Schlüssel, Passkey in Authenticator oder Windows Hello for Business) und testen Sie die Anmeldung.
Öffnen Sie im Entra Admin Center Entra ID > Bedingter Zugriff > Richtlinien und wählen Sie „Neue Richtlinie“ (oder „Neue Richtlinie aus Vorlage“).
Benutzer: unter „Verzeichnisrollen“ alle Administratorrollen einschließen. Schließen Sie unter „Ausschließen“ Ihre zwei Notfallkonten (Break-Glass) und das Synchronisierungskonto von Entra Connect aus.
Zielressourcen: „Alle Ressourcen“. Gewähren: „Authentifizierungsstärke erforderlich“ > „Phishing-resistente MFA“.
Aktivieren Sie die Richtlinie zunächst im Modus „Nur Bericht“ und werten Sie das Anmeldeprotokoll einige Tage aus.
Schalten Sie die Richtlinie danach auf „Ein“ und testen Sie mit einem betroffenen Konto in einem privaten Browserfenster. Halten Sie für jedes Adminkonto eine zweite registrierte Methode als Reserve bereit.
Hier finden Sie die Einstellung
- Microsoft Entra Admin Center (entra.microsoft.com)
- Entra ID
- Bedingter Zugriff
- Richtlinien
So prüfen Sie es selbst
Öffnen Sie den Klickpfad oben und sehen Sie nach. In Ordnung ist die Einstellung, wenn gilt:
Administratoren müssen sich phishing-resistent anmelden (Passkey, Windows Hello, Zertifikat)
So prüft Auditspiegel es
Auditspiegel liest diese Einstellung bei jedem Scan automatisch und nur lesend aus Ihrem Tenant aus. Ist sie nicht erfüllt, steht sie im Bericht als Befund mit dieser Anleitung, dem Messwert, wo es einen gibt, und dem Klickpfad.
Fehlt Ihrem Tenant die nötige Lizenz, bewertet der Bericht die Prüfung nicht als Mangel, sondern nennt sie als „Lizenz fehlt“.
Für Ihre IT: per PowerShell nachsehen
Microsoft Graph PowerShell: `Get-MgIdentityConditionalAccessPolicy | ? { $_.GrantControls.AuthenticationStrength.Id -eq '00000000-0000-0000-0000-000000000004' } | ft DisplayName,State`Bezüge
- SCuBA-Baselines der CISA
- MS.AAD.3.6v1: Phishing-resistente MFA für hoch privilegierte Rollen
- BSI IT-Grundschutz-Kompendium (Edition 2023)
- ORP.4.A10: Schutz von Benutzendenkennungen mit weitreichenden Berechtigungen
- DSGVO Art. 32 Abs. 1
- lit. b: Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeit
- Microsoft Secure Score
- Zu dieser Einstellung gibt es eine Maßnahme im Microsoft Secure Score.
Die SCuBA-Baselines veröffentlicht die US-Behörde CISA gemeinfrei (CC0). Die Zuordnung der Bezüge stammt von uns; CISA, BSI und Microsoft prüfen oder empfehlen Auditspiegel nicht. Prüfkatalog von Auditspiegel, Bezug zu den SCuBA-Baselines in Version 2.0.0.