Darum geht es
Microsoft bewertet jede Anmeldung auf Auffälligkeiten, etwa einen unbekannten Ort, eine anonyme IP-Adresse oder typische Angriffsmuster. Eine Richtlinie für riskante Anmeldungen verlangt bei hohem Risiko automatisch einen zusätzlichen Nachweis oder blockiert die Anmeldung, auch nachts und am Wochenende.
Was passieren kann
Ohne automatische Reaktion kann ein Angreifer mit erbeutetem Passwort eine verdächtige Anmeldung abschließen, bevor jemand die Warnung bemerkt.
Schritt für Schritt
Sind in Ihrem Tenant die Sicherheitsstandards (Security Defaults) aktiv, gilt: Bedingter Zugriff und Sicherheitsstandards schließen sich aus. Bereiten Sie zuerst gleichwertige Richtlinien vor (MFA für alle Benutzer, MFA für Administratoren, veraltete Anmeldeprotokolle blockieren; Microsoft bietet dafür verwaltete Richtlinien an) und schalten Sie die Sicherheitsstandards unter Entra ID > Übersicht > Eigenschaften > „Sicherheitsstandards verwalten“ erst aus, wenn Sie diese Richtlinien unmittelbar danach einschalten können. Sonst entsteht eine Schutzlücke.
Prüfen Sie die Lizenz: Anmelderisiko-Bedingungen erfordern Microsoft Entra ID P2 (z. B. Microsoft 365 E5 oder Entra-ID-P2-Add-on).
Öffnen Sie im Entra Admin Center Entra ID > Bedingter Zugriff > Richtlinien und wählen Sie „Neue Richtlinie“ (oder „Neue Richtlinie aus Vorlage“).
Benutzer: „Alle Benutzer“. Schließen Sie unter „Ausschließen“ Ihre zwei Notfallkonten (Break-Glass) und das Synchronisierungskonto von Entra Connect aus. Zielressourcen: „Alle Ressourcen“.
Bedingungen > Anmelderisiko: „Hoch“ (empfohlen zusätzlich „Mittel“). Gewähren: MFA bzw. Authentifizierungsstärke; Sitzung: Anmeldehäufigkeit „Jedes Mal“.
Aktivieren Sie die Richtlinie zunächst im Modus „Nur Bericht“ und werten Sie das Anmeldeprotokoll einige Tage aus.
Schalten Sie die Richtlinie danach auf „Ein“ und testen Sie mit einem betroffenen Konto in einem privaten Browserfenster. Legen Sie fest, wer Risikoereignisse unter ID Protection sichtet.
Hier finden Sie die Einstellung
- Microsoft Entra Admin Center (entra.microsoft.com)
- Entra ID
- Bedingter Zugriff
- Richtlinien
So prüfen Sie es selbst
Öffnen Sie den Klickpfad oben und sehen Sie nach. In Ordnung ist die Einstellung, wenn gilt:
Riskante Anmeldungen werden per Richtlinie zur Multifaktor-Anmeldung gezwungen oder blockiert
So prüft Auditspiegel es
Auditspiegel liest diese Einstellung bei jedem Scan automatisch und nur lesend aus Ihrem Tenant aus. Ist sie nicht erfüllt, steht sie im Bericht als Befund mit dieser Anleitung, dem Messwert, wo es einen gibt, und dem Klickpfad.
Fehlt Ihrem Tenant die nötige Lizenz, bewertet der Bericht die Prüfung nicht als Mangel, sondern nennt sie als „Lizenz fehlt“.
Für Ihre IT: per PowerShell nachsehen
Microsoft Graph PowerShell: `Get-MgIdentityConditionalAccessPolicy | ? { $_.Conditions.SignInRiskLevels -contains 'high' } | ft DisplayName,State`Bezüge
- SCuBA-Baselines der CISA
- MS.AAD.2.3v1: Anmeldungen mit hohem Risiko blockieren
- BSI IT-Grundschutz-Kompendium (Edition 2023)
- DER.1.A5: Einsatz von mitgelieferten Systemfunktionen zur Detektion
- DSGVO Art. 32 Abs. 1
- lit. b: Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeit
- Microsoft Secure Score
- Zu dieser Einstellung gibt es eine Maßnahme im Microsoft Secure Score.
Die SCuBA-Baselines veröffentlicht die US-Behörde CISA gemeinfrei (CC0). Die Zuordnung der Bezüge stammt von uns; CISA, BSI und Microsoft prüfen oder empfehlen Auditspiegel nicht. Prüfkatalog von Auditspiegel, Bezug zu den SCuBA-Baselines in Version 2.0.0.