Darum geht es
Diese Richtlinie ist das Fundament: Jede Anmeldung an jeder Microsoft-365-Anwendung verlangt einen zweiten Faktor. Anders als die Sicherheitsstandards lässt sich bedingter Zugriff gezielt steuern, etwa mit Ausnahmen für Notfallkonten oder mit unterschiedlichen Regeln für Gäste.
Was passieren kann
Gibt es Lücken bei Benutzern oder Anwendungen, reicht dort ein gestohlenes Passwort für den Zugriff auf Mails und Dateien. Das ist die häufigste Ursache für Kontoübernahmen in KMU.
Schritt für Schritt
Sind in Ihrem Tenant die Sicherheitsstandards (Security Defaults) aktiv, gilt: Bedingter Zugriff und Sicherheitsstandards schließen sich aus. Bereiten Sie zuerst gleichwertige Richtlinien vor (MFA für alle Benutzer, MFA für Administratoren, veraltete Anmeldeprotokolle blockieren; Microsoft bietet dafür verwaltete Richtlinien an) und schalten Sie die Sicherheitsstandards unter Entra ID > Übersicht > Eigenschaften > „Sicherheitsstandards verwalten“ erst aus, wenn Sie diese Richtlinien unmittelbar danach einschalten können. Sonst entsteht eine Schutzlücke.
Öffnen Sie im Entra Admin Center Entra ID > Bedingter Zugriff > Richtlinien und wählen Sie „Neue Richtlinie“ (oder „Neue Richtlinie aus Vorlage“).
Benutzer: „Alle Benutzer“ einschließen. Schließen Sie unter „Ausschließen“ Ihre zwei Notfallkonten (Break-Glass) und das Synchronisierungskonto von Entra Connect aus.
Zielressourcen: „Alle Ressourcen (früher ‚Alle Cloud-Apps‘)“, ohne App-Ausnahmen.
Gewähren: „Authentifizierungsstärke erforderlich“ mit „Multi-Faktor-Authentifizierung“ (oder „Multi-Faktor-Authentifizierung erforderlich“).
Aktivieren Sie die Richtlinie zunächst im Modus „Nur Bericht“ und werten Sie das Anmeldeprotokoll einige Tage aus. Achten Sie auf Konten ohne registrierte MFA-Methode.
Schalten Sie auf „Ein“ und deaktivieren Sie gegebenenfalls die Sicherheitsstandards. Informieren Sie die Belegschaft vorab.
Hier finden Sie die Einstellung
- Microsoft Entra Admin Center (entra.microsoft.com)
- Entra ID
- Bedingter Zugriff
- Richtlinien
So prüfen Sie es selbst
Öffnen Sie den Klickpfad oben und sehen Sie nach. In Ordnung ist die Einstellung, wenn gilt:
Bedingter Zugriff verlangt Multifaktor für alle Benutzer und alle Anwendungen
So prüft Auditspiegel es
Auditspiegel liest diese Einstellung bei jedem Scan automatisch und nur lesend aus Ihrem Tenant aus. Ist sie nicht erfüllt, steht sie im Bericht als Befund mit dieser Anleitung, dem Messwert, wo es einen gibt, und dem Klickpfad.
Fehlt Ihrem Tenant die nötige Lizenz, bewertet der Bericht die Prüfung nicht als Mangel, sondern nennt sie als „Lizenz fehlt“.
Für Ihre IT: per PowerShell nachsehen
Microsoft Graph PowerShell: `Get-MgIdentityConditionalAccessPolicy | ft DisplayName,State`. Die Richtlinie muss State = enabled haben (reportOnly zählt nicht).
Bezüge
- SCuBA-Baselines der CISA
- MS.AAD.3.2v2: MFA für alle Benutzer erzwingen
- BSI IT-Grundschutz-Kompendium (Edition 2023)
- ORP.4.A21: Mehr-Faktor-Authentisierung
- DSGVO Art. 32 Abs. 1
- lit. b: Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeit
- Microsoft Secure Score
- Zu dieser Einstellung gibt es eine Maßnahme im Microsoft Secure Score.
Die SCuBA-Baselines veröffentlicht die US-Behörde CISA gemeinfrei (CC0). Die Zuordnung der Bezüge stammt von uns; CISA, BSI und Microsoft prüfen oder empfehlen Auditspiegel nicht. Prüfkatalog von Auditspiegel, Bezug zu den SCuBA-Baselines in Version 2.0.0.